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Herausforderungen

Neun Herausforderungen für den Onlinelebensmittelhandel

Der Onlinehandel mit Lebensmitteln unterscheidet sich in einigen Bereichen grundlegend vom gängigen E-Commerce. Folglich stellt die sensible Produktgruppe ganz besondere Anforderungen an die in diesem Feld tätigen Unternehmen.

 

1. Hohe Anzahl von Artikeln im Warenkorb
Jeder Kunde, der schon einmal im stationären Lebensmittelhandel eingekauft hat, weiß, wie viele unterschiedliche Produkte bei einem durchschnittlichen Wocheneinkauf im Einkaufswagen landen können. Die Anzahl liegt im Normalfall deutlich höher als bei Einkäufen in anderen Produktgruppen wie Mode, Bücher oder Elektronik. Die IT muss daher Systeme bereitstellen, die mit derartig großen Bestellungen umgehen kann. Zudem muss das Frontend so verständlich und effizient aufgebaut sein, dass der Kunde seine Wunschprodukte ähnlich schnell findet wie bei einem Besuch seines heimischen Supermarkts. Erst wenn der Einkauf über einen Webshop gegenüber dem stationären Handel eine spürbare Zeitersparnis verspricht, kann der Onlinelebensmittelhandel sein volles Potenzial entfalten.

 

2. Einkaufslisten
Um keines der zahlreichen benötigten Produkte zu vergessen, nutzen Kunden bereits seit der Antike Einkaufslisten. Diese wichtige Merkhilfe sollte auch ein Onlineshop für Lebensmittel – zumindest für seine registrierten Kunden – bereitstellen. Die Einkaufsliste sorgt nicht nur dafür, dass die Kunden keinen Artikel vergessen, sondern beschleunigt auch den Einkaufsprozess, wenn Kunden mithilfe hinterlegter Einkaufslisten regelmäßig benötigte Produkte mit wenigen Klicks wiederfinden und bestellen können.

 

3. Gesetzliche Regelungen
Jede Nation besitzt seine ganz eigenen gesetzlichen Regelungen hinsichtlich des Verkaufs von Lebensmitteln, beispielsweise im Hinblick auf die Kennzeichnung der Produkte. Während der Kunde im stationären Handel die Verpackung zu Rate ziehen kann, um mehr über die Inhaltsstoffe, die richtige Zubereitung oder eventuelle Allergene zu erfahren, übernehmen diese Aufgabe in einem Onlineshop die zur Verfügung gestellten Produktdaten. Diese stets vollständig, aktuell und gesetzeskonform zu halten, erfordert ein leistungsfähiges PIM-System sowie effiziente Arbeitsabläufe.

 

4. Preispolitik stationär & online
Im Lebensmittelhandel sind die Margen im Vergleich zu anderen Produktgruppen äußerst gering. Händler müssen daher genau abwägen, wie sie mit den zusätzlichen Kostenfaktoren des Onlinelebensmittelhandels, wie sie zum Beispiel durch eine etwaige Lieferung zum Kunden entstehen, umgehen: Werden im Onlineshop grundsätzlich teurere Preise als im stationären Handel verlangt oder sind die Preise identisch? Sollen dem Kunden Lieferkosten in Rechnung gestellt werden oder ist die Lieferung kostenlos?

 

5. Regionale Produkte und Preise
Nicht nur zwischen Online- und Stationärhandel können Sortiments- und Preisunterschiede bestehen – je nach Strategie und organisatorischer Aufstellung des Unternehmens können auch die einzelnen Filialen eine unterschiedliche Sortiments- und Preisgestaltung verfolgen. Ist dies der Fall müssen sich die Händler Konzepte überlegen, um eine derartige dezentrale Flexibilität abbilden zu können – beispielsweise durch die Zuordnung der digitalen Kunden zu einer Region oder Filiale, sodass Produktangebot und Preis gegenüber dem nächstgelegenen Geschäft konsistent sind.

 

6. Handhabung von Getränken und Pfand
Getränke stellen eine besondere Herausforderung im Onlinelebensmittelhandel dar. Zum einen sind Getränke häufig schwer und unhandlich, sodass insbesondere die Lieferung nach Hause die Kuriere vor Probleme stellen kann. Zum anderen müssen die Fahrer in der Lage sein, Pfandbehälter der Kunden im Rahmen der Auslieferung entgegenzunehmen. Dieser Vorgang wirft jedoch einige Fragen auf, die Unternehmen für sich beantworten müssen: Wie kann man dem Kurierfahrer innerhalb seines Fahrzeugs genügend Raum für leere Pfandbehälter zur Verfügung stellen? Wie lassen sich zeitliche Verzögerungen bei der Übertragung der Pfandrückgabe ins IT-System verhindern, damit die Routenplanung nicht durcheinander gerät? In welcher Form erhält der Kunde sein Geld?

 

7. Transport von Kühlprodukten
Lebensmittel sind ein deutlich sensibleres Gut als beispielsweise Kleidung oder Elektronik. Insbesondere bei gekühlten oder tiefgekühlten Produkten ist die Einhaltung der Kühlkette eine zentrale Aufgabe der Lebensmittelhändler, um ihre Kunden vor gesundheitlichen Risiken zu schützen. Die Kühlkette muss daher auch bei einer Lieferung nach Hause oder einer Bereitstellung der Artikel an einer zentralen Abholstation gewährleistet sein – mit den entsprechenden Folgen für die Lieferflotte und die Abholstationen.

 

8. Auswahl der Lieferzeiten
Die Kühlkette ist einer der Gründe, warum viele Lebensmittelhändler mit ihren Kunden feste Lieferzeiten ausmachen. Zudem bieten Lieferslots dem Kunden einen Mehrwert, da er den Erhalt der Ware punktgenau in seinen Tagesablauf einplanen kann. Damit dies funktioniert, dürfen die angebotenen Lieferslots allerdings nicht zu groß sein, damit der Kunde nicht stundenlang auf seine Lieferung warten muss, und müssen zwingend eingehalten werden, da sich der Kunde auf diesen Service verlässt. Eine verlässliche und sich in Echtzeit an aktuelle Gegebenheiten anpassende Routenplanung ist daher das A und O.

 

9. Umgang mit Wiegeware
Zahlreiche Produkte wie frisches Obst und Gemüse werden im stationären Handel vieler Länder nicht vorportioniert und abgepackt verkauft. Stattdessen kann der Kunde die Warenmenge genau auf seinen Bedarf abstimmen. Dem Kunden eine solche Freiheit auch im Onlinelebensmittelhandel zu ermöglichen, ist aufgrund der komplexen Pickingprozesse derzeit allerdings noch nicht mit der nötigen Effizienz möglich. Lebensmittelhändler müssen daher Konzepte entwickeln, wie sie dem Kunden mittels unterschiedlicher Verpackungsgrößen möglichst viel Flexibilität simulieren.

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Alexander Vinh

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